Erasmus-Programm

Das von der Europäischen Union geförderte Erasmus-Projekt definiert die Bedingungen und Inhalte der kieferorthopädischen Weiterbildung. In vielerlei Hinsicht dient dieses Programm als Richtschnur für die Gestaltung eines modernen Weiterbildungsprogramms in Europa.

Ein neuer Artikel von Huggare (Schweden) und Coautoren aus zahlreichen europäischen Ländern ist 2013 im European Journal of Orthodontics erschienen. Er fasst alles Wesentliche unter dem Titel "Erasmus Programme for Postgraduate Education in Orthodontics in Europe: An Upgrade of Guidelines" zusammen. Lesen Sie den gesamten Artikel EJO 36 (2014) 340-349 bzw. den folgenden Abstract:

In 1989, the ERASMUS Bureau of the European Cultural Foundation of the Commission of the European Communities funded the development of a new 3-year curriculum for postgraduate education in orthodontics. The new curriculum was created by directors for orthodontic education representing 15 European countries. The curriculum entitled ‘Three years Postgraduate Programme in Orthodontics: the Final Report of the Erasmus Project’ was published 1992. In 2012, the ‘Network of Erasmus Based European Orthodontic Programmes’ developed and approved an updated version of the guidelines. The core programme consists of eight sections: general biological and medical subjects; basic orthodontic subjects; general orthodontic subjects; orthodontic techniques; interdisciplinary subjects; management of health and safety; practice management, administration, and ethics; extramural educational activities. The programme goals and objectives are described and the competencies to be reached are outlined. These guidelines may serve as a baseline for programme development and quality assessment for postgraduate programme directors, national associations, and governmental bodies and could assist future residents when selecting a postgraduate programme.


Das Dreijahres-Ausbildungsprogramm für Kieferorthopäden

Abschlussbericht des Erasmus-Projekts (van der Linden 1992,
Übersetzung: Prof. Dr. R.-R. Miethke)

1. KOORDINATOR UND BERICHTERSTATTER / REPRÄSENTANTEN / BERATER

Koordinator und Berichterstatter: F.P.G.M. van der Linden

Repräsentanten: 

Prof. C. Bolender

Louis Pasteur Universität, Straßburg, Frankreich

Prof. J. A. Canut

Universität Valencia, Spanien

Prof. L. Dermaunt

Universität Gent, Belgien

Prof. W. J. B. Houston
(+ Aug. 1991)

Universität London, Großbritannien

Prof. J. B. Moss
(seit Sept. 1991)

Universität London, Großbritannien

Prof. B. Melsen

Universität Aarhus, Dänemark

Prof. R. R. Miethke

Freie Universität, Berlin

Prof. M. N. Spyropoulos

Universität Athen, Griechenland

Prof. F. P. G. M. van der Linden

Universität Nijmegen, Niederlande

Prof. J. P. Joho

Universität Genf, Schweiz

Prof. S. Linder-Aronson

Karolinska Institut Stockholm, Schweden

Prof. O. Rönning

Universität Turku, Finnland

Prof. P. Rygh

Universität Bergen, Norwegen

Prof. M. Ronchin
(bis Sept. 1991)

Universität Cagliari, Italien

Prof. R. Martina
(bis Sept. 1991)

Universität Neapel, Italien

Prof. M. Hegarty

Universität Cork, Irland

Prof. H. Droschl

Universität Graz, Österreich

Berater: 

Prof. em. C. F. A. Moorees

Harvard Universität, Boston, Maine/USA

2. Einleitung

Im Oktober 1989 wurde dem ERASMUS-Büro der Europäischen Kulturstiftung bei der Kommission der Europäischen Gemeinschaften ein Antrag über die gemeinsame Ausarbeitung eines neuen Dreijahres-Studienplans für die kieferorthopädische Ausbildung Graduierter von den ersten acht der oben aufgeführten Professoren und ihren Universitäten unterbreitet.

Hauptgrund der Initiative zur Aufstellung eines gemeinsamen Studienplans war die Ungleichheit in der Dauer, der Intensität und im Inhalt der bestehenden Programme sowie die Ausarbeitung gemeinsamer Richtlinien für Länder, die beabsichtigen, die kieferorthopädische Ausbildung Graduierter einzuführen. Darüber hinaus macht die freie Berufsausübung der Kieferorthopäden innerhalb der Länder der Europäischen Gemeinschaft eine Übereinstimmung der Ausbildungsrichtlinien erforderlich. Das ERASMUS-Projekt verfolgt daher einen doppelten Zweck, nämlich die qualitative Verbesserung der Fachausbildung in der EG und somit auch der Patientenbetreuung. Die Kieferorthopädie stellt heute eine hochentwickelte Disziplin im allgemeinen Gesundheitswesen dar, die auf der Prämisse beruht, daß die Behandlung durch gut ausgebildete und erfahrene Fachzahnärzte ausgeführt wird. Ausreichend qualifizierte menschliche Leistungsfähigkeit ist daher der Schlüssel zu einer bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung.

Das dem ERASMUS-Projekt im Antrag unterbreitete Programm wurde wie folgt definiert:

"Gemeinsame Ausarbeitung eines allgemeinen Dreijahres-Studienplans innerhalb der Europäischen Gemeinschaft für die kieferorthopädische Ausbildung auf der Grundlage neuer Konzepte. Das Programm sollte auf einer Beschreibung klar definierter Ziele und Erfordernisse beruhen.

Der neue Lehrplan sollte zu 75 % aus Pflichtfächern und zu 25 % aus Wahlfächern bestehen. Ein Teil des Lehrplans müßte so ausgelegt sein, daß er sich für den Austausch von Studienteilnehmern innerhalb der beteiligten Ländern eignet."

Im Antrag war im Rahmen des Aktionsplans ein zweites Jahr vorgesehen, in dessen Verlauf folgende Aufgabe zu erfüllen war:

"Ausarbeitung der endgültigen Fassung des Studienplans. Einvernehmen sollte erreicht werden bezüglich Ziele, Lehrtätigkeit, Erfordernisse, Wahlfächer und Bedingungen über den Austausch der Graduierten."

Dieser Teil des Aktionsplans wurde mit Ausnahme der Formulierung der Austauschbedingungen bereits ausgeführt. Dabei hat sich herausgestellt, daß es unrealistisch wäre, diese Bedingungen vor Aufstellung des gemeinsamen Programms in den verschiedenen Ländern zu definieren.

Vor der Ausarbeitung des neuen Studienplans wurden in der ganzen Welt Informationen über bereits vorhandene kieferorthopädische Ausbildungsprogramme für Graduierte gesammelt und ausgewertet. Daneben sind die Direktiven der Kommission der Europäischen Gemeinschaften über die Ausbildung von Zahnmedizinern (1986) unter Bezugnahme auf die Ausbildung von Kieferorthopäden in die Überlegungen mit einbezogen worden.

Die eingangs aufgeführten Teilnehmer hatten Gelegenheit, die gesammelten Informationen und verschiedenen Aspekte, die mit der Ausbildung von Kieferorthopäden zusammenhängen, zu diskutieren. In allen wesentlichen Fragen wurde eine Übereinstimmung erzielt. Die Feststellungen, Schlussfolgerungen sowie der Inhalt des im vorliegenden Bericht dargestellten Programms werden einvernehmlich unterstützt.

3. Hauptzweck des Programms Fachausbildung in Kieferorthopädie

Allgemeiner Zweck des Programms ist die Ausbildung von Zahnärzten zu Kieferorthopäden aus solider, breiter akademischer Grundlage und mit ausreichender klinischer Erfahrung in den verschiedenen Behandlungsmethoden.

Der Graduierte sollte in der Lage sein,

  • Anomalien der Dentition, des Gesichtsskeletts und der Funktionen zu diagnostizieren
  • Fehlerhafte dentoalveoläre Entwicklungen, abweichende skelettale Wachstumsverhältnisse und funktionelle Störungen zu erkennen
  • Einen Behandlungsplan aufzustellen und den Behandlungsverlauf zu beschreiben
  • Psychologische Aspekte, die für die Kieferorthopädie von Bedeutung sind, zu beurteilen
  • Interzeptive kieferorthopädische Maßnahmen einleiten zu können
  • Als Spezialist für kieferorthopädische und mit der Kieferorthopädie zusammenhängende Angelegenheiten zu fungieren
  • Bei interdisziplinärer Zusammenarbeit während der Behandlung und Betreuung von kraniofazialen Fehlbildungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kombiniert orthodontischer/kieferchirurgischen Fällen mitzuarbeiten
  • Die Notwendigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung zu beurteilen
  • Kieferorthopädie auf hohem fachlichen Niveau auszuüben
  • Die sich ergebenden Gelegenheiten zur Weiterbildung und Verbesserung der fachlichen Möglichkeiten zu nutzen

Daneben wird Wert gelegt auf:

  • Medizinische Wissenschaften mit Bezug zur Kieferorthopädie
  • Entwicklung einer forschungsbezogenen Haltung und fachliche Aufgeschlossenheit
  • Kenntnis der Grundlagen wissenschaftlicher Methodik
  • Interpretation der Literatur
  • Forschungstätigkeit
  • mündliche und schriftliche Darstellung und Erläuterung klinischer und wissenschaftlicher Ergebnisse

4. Allgemeine Bedingungen

  1. Die Ausbildung von Kieferorthopäden muß auf Hochschulen unter der verantwortlichen Leitung berufener Hochschullehrer für Kieferorthopädie beschränkt werden.
  2. Kandidaten müssen als Zahnärzte approbiert sein.
  3. Hauptzweck des Programms ist die Ausbildung von Praktikern; für diejenigen, die Lehrer oder Wissenschaftler werden wollen, ist eine zusätzliche Ausbildung erforderlich.
  4. Das Programm macht ein Vollzeitstudium nötig.
  5. Die Kandidaten sollten für ihre Lebenshaltungskosten ein Stipendium erhalten.
  6. Jeder Kandidat muß die Ausbildung mit ausführlichen Befundunterlagen von mindestens 50 Patienten beginnen.
  7. Für die akademischen Pflichtkurse, die der Kandidat zu besuchen hat, ist eine Mindeststundenzahl vorgeschrieben; eine solche Vorschrift gilt jedoch nicht für die einzelnen vorklinischen und klinischen Aktivitäten.
  8. Das Kernprogramm nimmt 75 % der zur Verfügung stehenden Zeit in Anspruch und muß in der restlichen Zeit (25 %) durch zusätzliche Wahlfächer und Aktivitäten, die je nach Institution und Bedürfnissen den Approbierten variieren können, ergänzt werden. Zu diesen Aktivitäten gehören: Erweiterung der Kursarbeit, Sonderkurse, Erwerben einer zusätzlichen klinischen Erfahrung, vermehrte Lehrtätigkeit, zusätzliche Forschungstätigkeit, Auswertung von Behandlungsergebnissen sowie Teilnahme an Gastvorlesungen und wissenschaftlichen Tagungen.
  9. Die Mindestzahl der klinischen Behandlungsstunden beträgt wöchentlich 16 (nicht inbegriffen klinische Seminare und Besprechung von Behandlungsplänen). Die Stunden, die für die klinische Praxis während der dreijährigen Studienzeit aufzuwenden sind, belaufen sich (einschließlich der vorklinischen Laborstunden) auf mindestens 2000.
  10. Das Verhältnis Lehrkörper/Auszubildender bei der klinischen Behandlung muß mindestens 1:6 betragen.
  11. Von den Kandidaten müssen die Patienten unter ständiger Beaufsichtigung seitens qualifizierter Kieferorthopäden behandelt werden.
  12. Die Arbeit im Dentallabor sollte auf die Aneignung von Erfahrungen beschränkt werden.
  13. Neben der theoretischen und praktischen Ausbildung in der "klassischen" Kieferorthopädie müssen die Kandidaten Erfahrungen in der Behandlung von Patienten erwerben, für die kombinierte Behandlung in Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen, insbesondere der Kieferchirurgie, vorgesehen sind.
  14. Die Graduierten müssen Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten behandeln oder sich in Kliniken oder an klinischen Zentren mit dieser Behandlung auseinandersetzen, auch wenn sie später keine Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten behandeln sollten.
  15. Die Modelle von Patienten mit Kiefergelenksproblemen, bei komplexen restaurativen Maßnahmen oder bei der kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung sollten schädel-gelenkbezüglich in einem Artikulator montiert werden.
  16. Die Ausbildung von nichtgraduierten Studenten kann Teil des Programms sein, sollte jedoch nicht mehr als 10 % der Zeit betragen.
  17. Die Kandidaten müssen ein Forschungsprojekt (klinische, experimentelle oder Literaturforschung) leiten und über ihre Befunde und Schlußfolgerungen im Rahmen einer Dissertation oder eines schriftlichen Referats berichten.
  18. Die Ergebnisse der im Rahmen des Graduierten-Ausbildungsprogrammes durchgeführten Forschungstätigkeiten und anderen Aktivitäten können ohne Einschränkung zur teilweisen Erfüllung der Voraussetzungen für den Erwerb eines akademischen Grades benutzt werden.
  19. Alle theoretischen Universitätskurse müssen mit einer Beurteilung der von den Kandidaten erworbenen Kenntnisse abgeschlossen werden.
  20. Nach Beendigung des Ausbildungsprogramms muß vor einem Komitee, dem mindestens ein externer Prüfer angehört, ein Abschlußexamen abgelegt werden.
  21. Zum Abschlußexamen gehört die Vorlage der vollständigen Befundunterlagen und der Abschlußdokumentation über die komplette Behandlung von 10 Patienten mit verschiedenen Okklusionsanomalien durch den Kandidaten unter Anwendung unterschiedlicher Behandlungsverfahren (die Patienten können sich noch in der Retentionsphase befinden).

5. Besondere Bedingungen für eine Fachausbildung in der Kieferorthopädie

Der Leiter des Programms muss

  • mindestens fünf Jahre als Kieferorthopäde zugelassen sein
  • Kieferorthopädie aktiv praktizieren
  • für mindestens 80 % einer Arbeitswoche verpflichtet werden

Neben dem Programmleiter muß ein hauptamtlich tätiger Kieferorthopäde anwesend sein. Sind mehr als vier Graduierte immatrikuliert, ist ein zusätzliches kieferorthopädisches Lehrpersonal erforderlich. In den hierfür geeigneten Räumlichkeiten müssen ausreichende Möglichkeiten zur Unterbringung von Bibliotheken, Labors sowie Forschungs- und Verwaltungseinrichtungen vorhanden sein. Zur reibungslosen Durchführung des Lehrprogramms und der Patientenbetreuung muß ausreichend nichtakademisches Personal zur Verfügung stehen. Erforderlich sind Verbindungen mit Zentren für Mund- und Kieferchirurgie, Parodontologie und restaurative Zahnheilkunde. Zur Sicherstellung der Lehrtätigkeit in allgemeinen biologischen und medizinischen Fächern sowie in den Grundlagen der Kieferorthopädie müssen ausreichende Fachkenntnisse vorhanden sein. Forschungsmöglichkeiten, statistische Hilfe und Computereinrichtungen müssen verfügbar sein.

6. Kieferorthopädisches Studienprogramm: Stundenplan

Von wesentlicher Bedeutung ist die genaue Zeiteinteilung des kieferorthopädischen Studienplans. Das akademische Programm beruht auf einer Mindestzahl von 40 Wochen jährlich und 40 Stunden wöchentlich, insgesamt also 4.800 Stunden in drei Jahren.

Aufteilung der 4.800 Planstunden:

Arbeitsverbindung zwischen Lehrkörper/Studierenden (63%)

 

--> Tabelle einfügen

 

 

Von den geplanten 4.800 Stunden sind 25 % für Wahlfächer vorgesehen (150 + 1.050 = 1.200 Stunden).

Daneben wird von den Studierenden erwartet, eine erhebliche Stundenzahl ihrer privat verfügbaren Zeit für das Studium aufzuwenden. So sind zum Beispiel für jede Stunde Pflichtfachunterricht im Durchschnitt zwei Stunden Studienzeit erforderlich.

7. Pflichtkurs für die Ausbildung in der Kieferorthopädie

A. ALLGEMEINE BIOLOGISCHE UND MEDIZINISCHE GRUNDLAGENFÄCHER

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Wachstum und Entwicklung des menschlichen Körpers (25 Std.)

Einblick in:

  • das somatische Wachstum und seine Abarten
  • den pubertalen Wachstumsschub und seine Zusammenhänge mit dem Gesichts-Schädelwachstum

Vertraut mit:

  • den genetischen und erworbenen Faktoren, durch die das somatische Wachstum beeinflußt wird
  • dem Konzept des biologischen Alters und der Bestimmung des Skelettalters, des Dentitionsalters und der sexuellen Reife

2. Anatomie des Kopfes (35 Std.)

Kenntnisse über anatomische Merkmale, Gewebesysteme und die funktionelle Anatomie, die von wesentlicher Bedeutung sind für das Verständnis des Wachstums des Schädel-Gesichtsskeletts der Entwicklung skelettaler Mißbildungen der dentofazialen Orthopädie der kieferchirurgischen Korrektur von Dysgnathien, kraniofazialen Mißbildungen und Okklusionsanomalien.

3. Genetik (25 Std.)

Vertraut mit den genetischen Grundlagen, die wesentlich für das Verständnis des Entwicklungsverlaufs des Kopfes der kraniofazialen Mißbildungen.

4. Embryologie des Kopfes (25 Std.)

Einblick in zytologische und histochemische Aspekte, die wesentlich sind zum Verständnis der Embryologie der kraniofazialen Struktur, um Kenntnis vom normalen Wachstum und von der Entwicklung des Gesichts, der Kiefer und der Zähne sowie von der Teratogenie und Entwicklung von Spalten und sonstigen angeborenen Deformitäten zu erhalten.

5. Zellbiologie (30 Std.)

Einblick in:

  • zytologische und histochemische Aspekte, die wesentlich sind zum Verständnis
  • des Zellenstoffwechsels unter normalen und anormalen Bedingungen
  • der Gewebsbildung und -proliferation der Knochen-, Knorpel-, Zahn- und Muskelentwicklung
  • des Gesichtswachstums
  • des Kiefergelenks
  • der Zahnbewegungen und der Reaktionen in den Zahnstützstrukturen
  • der dentofazialen Orthopädie
  • der mit der Kieferorthopädie zusammenhängenden Weichgewebsveränderungen
  • der Mechanismen der Wurzelresorption

6. Physiologie des Atmens, Sprechens, Schluckens und Kauens (20 Std.)

Kenntnisse über:

  • Die oronasalen Aspekte verschiedener Schluckmuster

Vertraut mit:

  • normalen und anormalen Sprechgewohnheiten
  • verschiedenen Schluckmustern
  • dem Kauzyklus

7. Syndrome in Verbindung mit dem Kopf (20. Std.)

Vertraut mit:

  • Den Grundlagen der Klassifizierung von Syndromen hinsichtlich der Ätiologie, der Prognose und der Reaktion auf eine kieferorthopädische und kieferchirurgische Behandlung

8. Psychologie des Kindes, des Jugendlichen und des Erwachsenen (35 Std.)

Einblick in:

  • die Konzepte und Grundlagen der Entwicklungspsychologie
  • die Möglichkeiten und Begrenzungen der Verhaltensänderung
  • die Aspekte der Patientenmotivation und die Aussichten auf Zusammenarbeit und Mitarbeit
  • die psychologischen Aspekte der Pubertät und der Adoleszenz
  • die Auswirkung des eigenen Aussehens und der Selbsteinschätzung
  • die psychologischen Aspekte kieferchirurgischer Maßnahmen

9. Biostatistik

Einblick in:

  • die statistische Methodik

Vertraut mit:

  • den allgemein benutzten statistischen Methoden
  • den Verfahren der Datenverarbeitung

Qualifiziert für:

  • die Bewertung statistischer Aspekte in der derzeitigen Literatur
  • die Beurteilung der statistischen Methoden und die Interpretation der im klinischen und wissenschaftlichen Fachschrifttum veröffentlichten und mit der Kieferorthopädie und den zugehörigen Fächern zusammenhängenden Veröffentlichungen

10. Epidemiologie

Vertraut mit:

  • den Grundlagen epidemiologischer Studien
  • Forschungsansätzen und Methodik der Zusammensetzung von Versuchsgruppen und den Voraussetzungen für Kontrollgruppen
  • der Datenanalyse und der kritischen Befundanalyse

11. Forschungsmethodik

Vertraut mit:

  • der Wissenschaftsphilosopie den ethischen Aspekten von Tier- und Menschenversuchen

Einblick in:

  • die verschiedenen Methoden der Forschungsplanung

Qualifiziert für:

  • die Abfassung eines analytischen Berichts über Veröffentlichungen auf dem Gebiet der biomedizinischen und klinischen Forschung
  • die Abfassung eines Protokolls eines Forschungsprojektes
  • die Interpretation eigener Forschungsergebnisse
  • die Beurteilung von Schlußfolgerungen in wissenschaftlichen Veröffentlichungen
  • die Erläuterung von Forschungsergebnissen in schriftlicher und mündlicher Form

B. KIEFERORTHOPÄDISCHE GRUNDFÄCHER

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Entwicklung der Dentition (normal und anormal) (60 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Entwicklung der Okklusion von der Geburt bis zum Erwachsenenalter
  • die Variationen dieser Entwicklung
  • die Anomalien bezüglich der Zahl, der Größe, der Form und der Stellung von Zähnen
  • genetische und erworbene Faktoren im Zusammenhang mit der Entwicklung der Dentition
  • entwicklungsbedingte unterschiedliche Okklusionsanomalien, auch hinsichtlich ihres Schweregrades
  • Auswirkung der Nichtanlage von Zähnen und der überzähligen Zähne sowie des vorzeitigen Zahnverlustes oder der Extraktion von Milch- und bleibenden Zähnen auf die Entwicklung der Dentition

Qualifiziert für die Erkennung und Identifizierung einer in der Dentition gegebenen Situation hinsichtlich:

  • Normalzustand oder Anomalie
  • erreichtem Entwicklungsstadium
  • zukünftiger Entwicklung
  • Möglichkeiten interzeptiver Maßnahmen zur Verbesserung der abschließenden Situation

2. Gesichtswachstum

Einblick in:

  • das Knorpel-, Knochen- und Muskelwachstum

Kenntnisse über: 

  • Wachstumszentren im Schädel-Gesichtsskelett
  • Postnatale Wachstumsveränderungen im kraniofazialen Bereich, einschließlich Weichgewebe
  • funktionelle Variationen von Anteilen im kraniofazialen Bereich, die für das Gesichtswachstum von Bedeutung sind
  • individuelle Verschiedenheiten in der Gesichtskonfiguration
  • die Beeinflussung des Gesichtswachstums durch Umweltfaktoren

3. Physiologie und Pathophysiologie des stomatognathen Systems (35 Std.)

Kenntnisse über:

  • die normal und anormal funktionierende Okklusion
  • normale und anormale Verhaltensmuster der Weichgewebsstrukturen
  • normale und anormale Kiefergelenksfunktionen diagnostische Verfahren im Zusammenhang mit dem Kiefergelenk
  • Behandlungsmöglichkeiten bei Kiefergelenksdysfunktion

4. Aspekte der Zahnbewegung und dentofazialen Orthopädie (35 Std.)

Kenntnisse über:

  • den Prozeß des Zahndurchbruchs und der spontanen Zahnbewegung
  • die Auswirkung der verschiedenen Kräfte auf Zellen und Gewebe
  • den Einfluß von Kraftsystemen und Kraftgrößen
  • posttherapeutische Veränderungen
  • zelluläre Aspekte des endochondralen Wachstums in der Nasenscheidewand, den Kondylen und Epiphysen sowie das Knochenwachstum an den Suturen und Knochenoberflächen
  • Auswirkungen orthopädischer Maßnahmen auf das Gewebesystem im dentofazialen Bereich
  • die Relation zwischen der Gewebeanpassung und den Ergebnissen orthopädischer Maßnahmen im dentofazialen Bereich

5. Röntgenaufnahmen und andere bildgebende Verfahren (30 Std.)

Kenntnisse über:

  • Anomalien und pathologische Verhältnisse, die auf Röntgenbildern diagnostizierbar sind

Einblick in:

  • die Methoden und Risiken der Röntgenaufnahmen für kieferorthopädische Zwecke

Vertraut mit:

  • der digitalen Radiographie und anderen bildgebenden Verfahren

6. Kephalometrie (einschließlich Durchzeichnung) (45 Std.)

Qualifiziert für:

  • die Identifizierung anatomischer Strukturen auf den Röntgenbildern
  • die Beschreibung der Morphologie des Kopfes anhand der Kephalometrie
  • die Anfertigung von Durchzeichnungen auf Röntgenbildern in Norma lateralis und frontalis, in denen die wesentlichen Strukturen abgebildet sind

Kenntnisse über:

  • die Grenzen der Kephalemetrie und ihrer verschiedenen Analysen

7. Kieferorthopädische Werkstoffkunde (25 Std.)

Einblick in:

  • die Eigenschaften und Zusammensetzung kieferorthopädischer Werkstoffe und Materialien

Kenntnisse über:

  • Maßstäbe für die richtige Auswahl der für die verschiedenen kieferorthopädischen Techniken benötigten Werkstoffe und Materialien
  • Handhabung und Anwendung kieferorthopädischer Werkstoffe und Materialien

8. Kieferorthopädische Biomechanik (35 Std.)

Qualifiziert für:

  • den Umgang mit den Grundlagen der Statik und Biomechanik der Materialien
  • Herstellung einer Verbindung zur Biomechanik mit klinischen und wissenschaftlichen Problemen
  • die Lösung von Problemen in Bezug auf resultierende Kräfte und Kraftäquivalenten
  • die Abschätzung der durch die verschiedenen kieferorthopädischen Apparaturen verursachten Kräfte
  • die Abschätzung der durch orthopädische Geräte in dentofazialen Bereich verursachten Kräfte

C. ALLGEMEINE KIEFERORTHOPÄDISCHE FÄCHER

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Ätiologie

Einblick in:

  • genetische und erworbene Faktoren, durch die die postnatale Gebißentwicklung und das Gesichtswachstum beeinflußt werden

Kenntnisse über:

  • nachteilige Einflüsse umweltbedingter Faktoren und geeignete interzeptive Maßnahmen

2. Diagnoseverfahren

Qualifiziert für:

  • die Erstellung einer relevanten Krankengeschichte
  • die Ausführung einer klinischen Untersuchung
  • die Bestimmung der habituellen Okklusion und der verschiedenen Kieferrelationen sowie eine Beurteilung der funktionellen Okklusion
  • die Beurteilung des Einflusses funktioneller Weichgewebskomponenten auf die dentofaziale Morphologie
  • die exakte Abdrucknahme mit maximaler Abformung des Alveolarfortsatzes
  • die Gesichtsbogenübertragung und die Montage von Modellen im Artikulator
  • die Aufnahme extra- und interoraler Fotos
  • die Aufnahme brauchbarer Röntgenbilder für kieferorthopädische Zwecke

3. Kieferorthopädische Diagnose, Behandlungsziele und Behandlungsplanung (60 Std.)

Qualifiziert für:

  • die Erstellung einer vorläufigen Diagnose und die Klassifizierung der Okklusion auf der Grundlage einer überschlägigen Untersuchung des Patienten
  • die Beratung des Patienten nach einer oberflächlichen Untersuchung über die Möglichkeit einer Behandlung, die Notwendigkeit genauer Analyse und einer Behandlungsplanung oder die Konsultation anderer Spezialisten zur weiteren Beurteilung und Behandlungsplanung
  • die Erstellung einer Diagnose, beruhend auf anamnestischen Daten, Untersuchungen des Patienten, Zahnmodellen, Fotos, Röntgenbildern, Kephalogrammen und sonstigen Daten
  • die Vorhersage der möglichen Wachstums-, Gesichts- und Dentitionsentwicklung, wenn keine Behandlung eingeleitet wird
  • die Beschreibung des Behandlungsplans für die verschiedenen Arten orthodontischer und dentofazialer Anomalien einschließlich der Behandlungs- und Retentionsplanung, der therapeutischen Maßnahmen und deren zeitlicher Ablauf, der Ergebnisprognosen und der Dauer der voraussichtlichen Behandlungs- und Retentionszeit

4. Wachstums- und Behandlungsanalyse (35 Std.)

Kenntnisse über:

  • Möglichkeiten und Grenzen kephalometrischer Langzeitauswertungen
  • Grenzen der Wachstumsanalysen und therapeutischen Veränderungen
  • Sinn und Zweck sowie Grenzen einer Wachstumsvorhersage (einschließlich der Computervorhersage)

Qualifiziert für:

  • Durchführung von Wachstumsanalysen
  • die Feststellung therapeutischer Veränderungen anhand kephalometrischer Durchzeichnungen, die in kritischen Behandlungsphasen erstellt wurden

5. Langzeiteffekt der kieferorthopädischen Behandlung (30 Std.)

Kenntnisse über:

  • Rezidivfragen im Zusammenhang mit den verschiedenen Anomalien und Behandlungsverfahren
  • Veränderungen, die im Verlauf der Retentionsperiode eintreten können
  • Veränderungen, die nach beendeter Retention eintreten können

Qualifiziert für:

  • die Vorhersage des möglichen Langzeiteffekts der kieferorthopädischen Behandlung bei einzelnen Patienten

6. Iatrogene Auswirkungen der kieferorthopädischen Behandlung (30 Std.)

Kenntnisse über:

  • das Risiko verschiedener Behandlungs- und Retentionsverfahren
  • den Einfluß verschiedener Umstände und des Alters auf iatrogene Effekte
  • den Einfluß der kieferorthopädischen Behandlung auf Kiefergelenke
  • die langfristigen Auswirkungen verschiedener Behandlungstechniken auf die Parodontalgewebe
  • die Faktoren, die bei der Wurzelresorption eine Rolle spielen
  • den möglichen Einfluß einer Behandlung auf den Gesichtsausdruck
  • den möglichen Einfluß einer Behandlung auf das dentofaziale Erscheinungsbild und die Gesichtsästhetik

7. Epidemiologie in der kieferorthopädischen Forschung (35 Std.)

Einblick in:

  • die Grundlagen der Epidemiologie
  • die Verbreitung und die Häufigkeit orthodontischer Anomalien
  • die Brauchbarkeit von Indices zur Abschätzung des Behandlungsbedarfs
  • Modelle zur Bestimmung des Behandlungsbedarfs
  • die gesellschaftlichen Einflüsse auf den Behandlungsbedarf
  • die Aspekte des subjektiven Behandlungsbedarfs
  • die Rolle des Kieferorthopäden hinsichtlich des Behandlungsbedarfs
  • die Faktoren, die für die Abschätzung eines objektiven Behandlungsbedarfs eine Rolle spielen

8. Kieferorthopädische Literatur (120 Std.)

Vertraut mit:

  • verschiedenen kieferorthopädischen Fachzeitschriften

Qualifiziert für:

  • das Erfassen des Wesentlichen in der derzeitigen Literatur (wird in speziellen Kursen zur Literaturauswertung gelehrt)
  • die Abfassung prägnanter, analytischer Literaturüberblicke

D. KIEFERORTHOPÄDISCHE TECHNIKEN

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Herausnehmbare Geräte (30 Std.)

Kenntnisse über:

  • Indikation, Konstruktion und Anwendung herausnehmbarer Geräte
  • Möglichkeiten und Grenzen herausnehmbarer Geräte

Qualifiziert für:

  • die Herstellung und Reparatur herausnehmbarer Geräte

2. Funktionskieferorthopädische Apparaturen (40 Std.)

Kenntnisse über:

  • Indikation, Ausführung und Anwendung funktionskieferorthopädischer Apparaturen
  • Möglichkeiten und Grenzen funktionskieferorthopädischer Apparaturen

Vertraut mit:

  • den verschiedenen Ausführungen und Konstruktionen funktionskieferorthopädischer Apparaturen.

Qualifiziert für:

  • die Konstruktion und Reparatur funktionskieferorthopädischer Apparaturen

3. Extraorale Geräte

Kenntnisse über:

  • Indikation, Ausführung und Anwendung verschiedener Typen von Headgears, Gesichtsmasken, Kinnkappen und kombinierten extraoralen/funktionskieferorthopädischen Apparaturen
  • Möglichkeiten und Grenzen dieser Geräte

4. Partiell festsitzende Apparaturen

Kenntnisse über:

  • Indikation und Anwendung partiell festsitzender Apparaturen (z. B. Lingual-, Palatinal- und Vestibularbogen, Gaumennahterweiterungsapparaturen und teilbebänderte bzw. teilbeklebte Zahnbogen)
  • Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Behandlungsmethoden mit teilweise festsitzenden Apparaturen. 

5. Festsitzende Apparaturen (60 Std.)

Einblick in:

  • die Indikation und Anwendung festsitzender Multiband Apparaturen
  • die verschiedenen Konzepte und Behandlungsmethoden sowie die Konstruktion und biomechanischen Grundlagen der Therapie mit festsitzenden Geräten
  • die Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Multibandsysteme

Kenntnisse über:

  • wenigstens einen Typ einer festsitzenden Multibandapparatur

6. Retentionsgeräte (15 Std.)

Kenntnisse über:

  • Indikation und Kontraindikation, Konstruktion und Anwendung von Retentionsgeräten
  • Möglichkeiten und Grenzen der Retentionsgeräte
  • die geeignete Dauer der Retention

E. FACHÜBERGREIFENDE INTERDISZIPLINÄRE VERFAHREN

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (20 Std.)

Einblick in:

  • die Methodik zur Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
  • die Indikation, die zeitliche Abstimmung und die Ausführung der kombinierten Spaltenbehandlung
  • die speziellen Aspekte der kieferorthopädischen Behandlung von Spaltenpatienten

2. Kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung (20 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Indikation und Anwendung kombiniert kieferorthopädisch-chirurgischer Maßnahmen
  • die speziellen Aspekte der kieferorthopädischen Behandlung von Patienten, für die kieferchirurgische Maßnahmen erforderlich sind

3. Parodontale-kieferorthopädische Behandlung (20 Std.)

Kenntnisse über: 

  • die Indikation und Kontraindikation der kieferorthopädischen Behandlung parodontal geschädigter Dentitionen 
  • die speziellen Aspekte der kieferorthopädischen Behandlung parodontal geschädigter Dentitionen
  • den Beitrag der kieferorthopädischen Behandlung zur parodontalen Gesundheit

4. Kieferorthopädisch-restaurative Behandlung (10 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Indikation und Anwendung kombiniert kieferorthopädisch-restaurativer Maßnahmen
  • die speziellen Aspekte der kieferorthopädischen Behandlung bei der kombinierten kieferorthopädisch-restaurativen Versorgung der Patienten

F. BESONDERE BEHANDLUNGSTECHNIKEN

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen. Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Überwachung der okklusalen Entwicklung (10 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Indikation und Kontraindikation interzeptiver Maßnahmen

2. Kieferorthopädische Erwachsenenbehandlung (15 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Indikation und die speziellen Aspekte der kieferorthopädischen Behandlung Erwachsener
  • die Behandlung erwachsener Patienten in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinzahnarzt

3. Kraniomandibuläre Dysfunktion (40 Std.)

Vertraut mit:

  • der Ätiologie kraniomandibulärer Dysfunktionen
  • allgemeinen Maßnahmen zur Verbesserung der kraniomandibulären Funktion
  • verschiedene therapeutische Verfahren

Kenntnisse über:

  • die Indikation und Kontraindikation kieferorthopädischer Maßnahmen bei Patienten mit kraniomandibulären Dysfunktionen
  • mögliche Auswirkungen kieferorthopädischer Behandlung bei Patienten mit kraniomandibulären Störungen
  • geeignete kieferorthopädische Möglichkeiten und Techniken als Beitrag zur Behandlung von Patienten mit kraniomandibulären Störungen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit

G. GESUNDHEITSWESEN UND HYGIENE

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen. Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Mundgesundheit (15 Std.)

Einblick in:

  • die spezifischen ätologischen Merkmale, wie sie in der kieferorthopädischen Praxis im Zusammenhang mit der Kariogenese, der Parodontologie und den Weichgewebeveränderungen auftreten

Kenntnisse über:

  • Möglichkeiten der Ermittlung und Abschätzung des Kariesrisikos
  • Möglichkeiten zur Ermittlung und Abschätzung des Parodontalrisikos

Qualifiziert für:

  • die Unterweisung der Patienten über die Wichtigkeit der Mundhygiene als Präventivmaßnahme gegen Erkrankungen der Gingiva und der Zähne

2. Gesundheits- und Hygienevorkehrungen in einer kieferorthopädischen Praxis (5 Std.)

Kenntnisse über:

  • die Verhütung von Infektionen Desinfektions- und Sterilisationsmöglichkeiten für Instrumente
  • die Betreuung von Patienten
  • die Kontrolle und Überwachung gesundheitsgefährdender Substanzen

H. PRAXISMANAGEMENT, VERWALTUNG UND BERUFSETHIK

Die in den folgenden Abschnitten in Klammern angegebene Stundenzahl stellt eine Mindestzahl dar, die für den durchschnittlich Graduierten erforderlich ist, um in dem betreffenden Fach ein bestimmtes Maß an Können und Befähigung zu erreichen.

Mindestens ein Drittel dieser Stunden muß in einer Arbeitsverbindung zwischen dem Lehrkörper und dem Studierenden (Vorlesung, Seminare, Arbeitskreis usw.) zugebracht werden.

1. Praxismanagement (15 STD.)

Einblick in:

  • das Design einer kieferorthopädischen Praxis
  • die für eine kieferorthopädische Praxis benötigte Einrichtung und die Instrumente
  • die Ausbildung und den Befähigungsnachweis des Hilfspersonals
  • die Finanzierung und Verwaltung einer kieferorthopädischen Praxis
  • die Public Relations

2. Benutzung von Computern (10 Std.)

Vertraut mit:

  • der Benutzung von Computern in der klinischen Kieferorthopädie und der Patientenversorgung

3. Arbeitsweise (Ergonomie) (5 Std.)

Kenntnisse über:

  • die optimale Position des Patienten, des Behandlers und des Assistenten sowie die Plazierung der Instrumente zur Ausführung der spezifischen klinischen Aufgaben
  • die für die Ausführung effizienteste Arbeitsfolge (Ergonomie)

4. Rechtsfragen (10 Std.)

Einblick in:

  • die für die kieferorthopädische Praxis verbindlichen Vorschriften und Gesetze
  • die Haftpflicht und Fragen im Zusammenhang mit Schadenersatzprozessen
  • die benötigte Risikodeckung durch Versicherungen
  • das Verhalten im Falle eines Rechtsstreits

5. Berufsethik (5 Std.)

Kenntnisse über:

  • das von einem Kieferorthopäden als Angehöriger des Gesundheitswesens geforderte persönliche Verhalten
  • den ethischen Standard im Umgang mit dem Personal, den Patienten und den Kollegen

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